Forecheck – Episode 64 / Ein Erbe Collinas

Eine zeitlose Episode zum Nachhören

PodHost Christoph Fetzer (Twitter: @fetzi6) spricht mit Alex vom Schiedsrichter-Podcast Collinas Erben (@CollinasErben) über die Themen Abseits und Handelfmeter und konfrontiert ihn mit der #StrafraumChallenge sowie anderen Regel-Ideen.

Ein Gedanke zu “Forecheck – Episode 64 / Ein Erbe Collinas

  1. Wie immer eine Freude 🙂

    Ein paar Anmerkungen.

    Zur Challenge/Videobeweis (das kam mir noch so wirklich klar rüber…)

    Ich sehe da 2 Probleme, die sich gut an einer Elfmetersituation darstellen lassen. Es geht mir gar nicht darum, ob sich die Situation objektiv bewerten lässt, sondern wie im Fehlerfall die Gerechtigkeit wieder hergestellt werden kann. Es gibt 2 mögliche Fehler:

    1. Der Schiedsrichter pfeift einen Elfmeter der keiner war. Die Frage ist dann: Was für eine Spielfortsetzung wird gewählt? Durch den Pfiff wurde ja da Spiel unterbrochen und möglicherweise hätte die angreifende Mannschaft ja trotzdem noch klare Torchancen im selben Angriff bekommen. Es ist ja nicht so ungewöhnlich bei so Ping-Pong Situationen wie z.B. bei einem Handspiel. D.h. man kann die durch die Schiedsrichterentscheidung begangene Ungerechtigkeit ohnehin nicht wieder herstellen, weil man ja die Spielsituation unterbrochen hat. Was macht man dann? Schiedsrichterball an der Stelle der vermeintlichen Fouls? Somit halte ich es für eine Illusion, dass dadurch mehr Gerechtigkeit entstünde.
    Das ist hier der grosse Unterschied zum American Football: Da kann die Spielsituation einfach wiederholt werden.

    2. möglicher Fehler: Schiedsrichter pfeift einen klaren Elfmeter nicht. D.h. das Spiel läuft weiter. Zeigt nun der Trainer die Challenge an: Wann unterbricht man nun das Spiel? Sofort bei Anzeige der Challenge kommt meiner Meinung nach nicht in Frage: Es kann nicht sein, dass man einem Trainer ein Instrument in die Hand gibt, mit dem er eine Spielunterbrechung erzwingen kann (und möglicherweise einen Konter bzw. eine Spielsituation für den Gegner abbrechen). Aber wann dann? Bei der nächsten natürlichen Spielunterbrechung? Das wird auch schwierig, das kann einige Minuten später sein. Was macht mann dann? Die Spieluhr dann 5 Minuten wieder zurück drehen?
    Auch dieses Problem gibt es beim American Football nicht, da der Sport Spielzug-orientiert ist.

    Für beide Probleme gibt es aus meiner Sicht keine praktikablen Lösungen.

    Ein weiterer Punkt ist ohnehin: Wie weit will man den Menschen bei den Entscheidungen herausnehmen? Selbst im Tennis, wo man ja die Linien ziemlich eindeutig elektronisch überwachen kann, behält man den Schiedsrichter bei. Oder im Baseball, wo sich die Strikezone sicherlich auch elektronisch nahezu perfekt überwachen liesse bleibt die Ball/Strike-Entscheidung beim Home plate umpire. D.h. selbst dort wo eine Objektivierung möglich wäre entscheidet man sich dagegen.

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